
Hier sein Bericht vom ersten Höhepunkt der Saison, dem Ironman Brasilien.
Los ging es wie immer um 7Uhr morgens, diesmal allerdings mit einem Landstart. Die Pros 10m vor der Masse der Altersklassenathleten aufgereiht. Ich kam beim Startschuss sehr gut weg und konnte mich gleich an der Spitze des Feldes behaupten. Mal abgesehen von Benjamin Sanson, der schwimmt jenseits von Gut und Böse.
Meine Taktik war es die ersten 500m hart anzuschwimmen um dann zu sehen wer in der Lage ist das Tempo mit zu gehen. Nach 500m waren wir circa 8 Mann in der ersten Gruppe, das waren mir zu viele zum Mitziehen, also verabschiedete ich mich ans Ende der Gruppe und überlies den anderen die Tempoarbeit.
Von diesem Moment an war das Schwimmen für mich fast schon locker, der Schock kam aber am Ende, eine Schwimmzeit von 54 Min. da hätte ich vielleicht doch mal schneller machen sollen. Ich war etwas verunsichert. Hieß das jetzt das vielleicht doch schon eine Gruppe vor mir raus war, wo waren die Favoriten? Hinter mir, wie geplant, oder schon lange weg?
Ich habe mich dann entschieden auf dem Rad erstmal mit ordentlich Druck loszufahren, bis ich nach 20km am ersten Wendepunkt sehen konnte was los ist. Dort angekommen lag ich auf Platz 4. Die Plätze 2 und 3 direkt vor mir, und die Favoriten um Oskar Galindez, Eduardo Sturla und Olaf Sabatschus circa 1 Minute hinter mir.
Diese Gruppe holte mich dann 10km später ein, ich hatte zwischenzeitlich die beiden noch vor mir liegenden Athleten gestellt, und wir lagen dann mit dieser 6 Mann Gruppe auf den Plätzen 2-7. Was dann abging hab ich noch nicht erlebt! Eine Attacke nach der anderen. Immer Sturla gegen Galindez und direkt dahinter ich. Einer nach dem anderen ging fliegen, erst 5, dann 4, dann lies der Olaf reißen. Und ich immer schön hinterher. Egal ober 320 Watt auf dem Ergomo standen, wir mit 46kmh durch die Ebene bügelten. Ich fand es geil und der Puls war niedrig, also nix wie mit. Dann wurden uns auch noch die Abstände angezeigt, ganz schnell waren es mehr als 2 Minuten auf den Olaf, ich dacht das läuft und es wird gleich ruhiger wenn wir ein Stück weg sind. War aber leider nicht, wurde nur noch schneller, weil der Abstand nach vorne größer wurde.
Bei km 50 wurden wir dann aufgefordert weiter auseinander zu fahren, zumindest hab ich das mit meinen nicht vorhandenen Portugiesisch-Kenntnissen so gedeutet. Plötzlich hatte ich 20 Meter auf die beiden anderen, kein Moped mehr neben mir, dann 30, 40, 50 und es wurde immer härter. Hab mir dann eingestanden das es wohl doch zu hart ist dort mitfahren zu wollen. Fühlte mich aber immer noch gut, lag super im Rennen, und hatte nach hinten ordentlich Luft.

Dieses gute Gefühl verabschiedete sich dann aber gegen Ende der ersten Runde, ich musste Platz um Platz abgeben, und fand mich nach 90km in unter 2:20Std. auf Platz 11 wieder, ein Höllentempo! Bis km 140 musste ich dann hart kämpfen um nicht völlig den Anschluss zu verlieren, aber dann kam wieder ein Hoch. Wieder vor auf 10, 9, Platz 8 (der bestplatzierte Amateur) 1 Minute vor mir, 45 Sek. vor mir, 30Sek., 20…näher kam ich leider nicht mehr, auf den letzten 10km wurde es dann wieder richtig hart, da stand der Wind noch einmal gut von vorne drauf, ich wurde noch von Petr Vabrousek überholt, der allerdings einen Strich durch die Startnummer hatte und somit 4Min. Zeitstrafe beim Wechsel absitzen musste. Ich ließ ihn also ziehen.
Absteigen vom Rad war dann kein Spaß, so sehr ich mich auf den Ritt mit dem „Weißen Blitz“ von Cucuma gefreut hatte, so sehr war ich jetzt froh endlich mal wieder den Rücken entspannen zu können und die Aeroposition zu verlassen. Der flache Radkurs hatte seine Spuren hinterlassen.
Nach dem Wechsel lag ich wieder auf Platz 9, Platz 8 noch immer 20 Sek. vor mir. Wir schenkten uns nichts, ich kam nicht näher ran, er aber auch nicht weg. Auf dem Rückweg über die Rampen der ersten großen Laufrunde musste ich ihn dann allerdings ziehen lassen. Ich war total am Ende, bekam einfach zu wenig Wasser an den Verpflegungen, die Abstände waren zu lang, ich verlor an Tempo. Halbmarathon noch unter 1:30Std. aber von jetzt an war Schadensbegrenzung angesagt. Gehen durch die Verpflegungen, Abkühlung mit so viel Wasser wie zu haben war.
Verlor dann noch 3 Plätze und musste mich am Ende mit Platz 12 zufrieden geben. Zweiter Platz in der Altersklasse, damit das Ticket für Hawaii gelöst. Eine Radzeit von 4:53Std. und ein Lauf von 3:13, haben zu einer Endzeit von 9:10Std. gereicht. Leider 1:10 Min. an den Top 10 vorbei. Ich bin mir aber sicher, dass dies drin gewesen wäre, wenn ich nicht so verrückt gewesen wäre dieses Höllentempo auf dem Rad mitzugehen. Denn dieses Tempo konnte mit Eduardo Sturla dem Sieger vor einer verkraften, Oskar Galindez musste sogar aussteigen, und der erfahrene Olaf Sabatschus, der im richtigen Moment sein eigenes Tempo gegangen ist, konnte noch auf Platz 2 vorlaufen. Also gilt fürs nächste Mal: Train hard, race smart!



