Im British Journal for SportsMedicine wurde im Mai ein Arbeit zum Thema »wie mache ich mich am besten für einen Ausdauer-Wettkampf heiss?« Wärme ich mich auf oder kühle ich mich besser ab? Das Ergebnis ist eindeutig: ein kühler Körper und ein heisser Kopf, sprich volle Motivation und Konzentration bringen die besten Resultate.
Für 20 Minuten vor der abzurufenden Leistung ein eisgekühlte Weste tragen, verbessert die Laufleistung, so die Studie. Es wurden 20 Athleten auf dem Laufband untersucht. Diese Laborbedingungen lassen natürlich viele Fragen offen. Jeder weiss ja auch, dass die Dinge im wirklichen Leben mit all seinen nicht kalkulierbaren Einflüssen oft ganz anders aussehen.
Da gibt es doch eine ganze Reihe von Variablen, die meiner Ansicht nach Berücksichtigung finden müssen:
- Außentemperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Wind
- welche Bedeutung hat die Tatsache, wenn die Ausdauerleistung mit Schwimmen beginnt
- ist man Hochleistungsportler oder Amateur
- wielange ist in etwa die gesamte Wettkampfdauer (4, 5, 8, 15 Stunden oder mehr)
- zudem individuelle Parameter wie Körpergewicht, Muskeln, Sehnen und Beschaffenheit des Bindegewebes etc. etc.
Trotzdem eine Anregung, die vor allem bei Wettkämpfen in großer Hitze erwogen werden kann.
Also an alle, die jetzt in die heisse Wettkampfsaison starten: es ist alles erlaubt, auch das Dogma vom »unbedingten Aufwärmen« zu hinterfragen.
Aber einen Satz noch zum Schluss: Nicht vergessen: der Körper funktioniert nicht nach einfachen linear-kausalen (actio=reactio) Prinzipien. Nicht einmal der Wasserhaushalt folgt dem Prinzip: was ausgeschieden wird, muss einfach wieder aufgenommen werden. Dazu genauer in einem der nächsten Beiträge.
Siehe Original-Kurzzusammenfassung
Effects of warm-up and precooling on endurance performance in the heat
Objective: To examine the effects of different thermoregulatory
preparation procedures (warm-up (WU), precooling (PC), control (C)) on
endurance performance in the heat.
Methods: 20 male subjects completed three treadmill runs to exhaustion
(5 days apart). In each session, all subjects performed an incremental
running test after WU (20 min at 70% maximum heart rate (HR)), after PC
(wearing a cooling vest (0°C–5°C) for 20 min at rest) or without
particular preparation (C). After a 5-min break, the exercise protocol
commenced at a workload of 9 km/h and was increased by 1 km/h every 5
min until the point of volitional fatigue. Running performance, HR,
blood lactate concentration, tympanic temperature and skin temperature
were measured in each trial.
Results: In the PC condition, the running performance (32.5 (5.1) min;
mean (SD)) was significantly (p<0.05) higher than in WU (26.9 (4.6)
min) and in C conditions (30.3 (4.3) min). During the first 30 min of
testing, HR, tympanic temperature and skin temperature were
significantly (p<0.05) lower after PC than after WU. There were no
significant differences in lactate concentration; however, there was a
trend to lower values after WU.
Conclusions: The use of an ice-cooling vest for 20 min before
exercising improved running performance, whereas the 20 min WU
procedure had a distinctly detrimental effect. Cooling procedures
including additional parts of the body such as the head and the neck
might further enhance the effectiveness of PC measures.



